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Was ist Existenzanalyse?

Existenzanalyse ist vom ...


Wann ist Existenzanalyse sinnvoll?

Existenzanalyse ist eine Psychotherapie für ...


Was ist Logotherapie?

Während die Existenzanalyse eine psychotherapeutische Methode darstellt, ...


Wann ist Logotherapie sinnvoll?

Die Fragen, denen im logotherapeutischen Gespräch nachgegangen wird, lauten: ...


Existenzanalytische Stimmbildung

(für Menschen, die mit Ihrer Stimme arbeiten wollen)

Stimme ist ein wesentliches Merkmal menschlichen Seins, ist Ausdruck der emotionalen
Befindlichkeit eines Menschen, am Klang der Stimme wird die Person spürbar, hörbar.
Deutlich wird das auch am Wort Persönlichkeit, in dem per-sonare steckt, durch tönen, durch klingen.

Aus existenzanalytischer Sicht gehören zu einem erfüllten Leben, zu einem Ja mit innerer
Überzeugung zu den Bedingungen des Lebens, 4 Grundmotivationen:

- kann ich sein – das Können
- mag ich sein – das Mögen
- darf ich sein – das Dürfen
- wofür will ich sein – das Wollen

Diese 4 Grundmotivationen spiegeln sich auch im Singen wieder, im Gebrauch des
Instruments Stimme, der sogenannten Stimmtechnik und im persönlichen Erleben beim Singen.

Menschen mit Burnout oder depressiven Erkrankungen bekommen zur Linderung ihrer
Leiden sehr oft Antidepressiva verschrieben, die eine stimmungsaufhellende,
antriebssteigernde Wirkung haben, z.b. SNRI (Selektive Serotonin-Noradrenalin-
Wiederaufnahme-Hemmer. Die Wirkung der Antidepressiva beruht auf der Annahme, dass
bei Depressionen vor allem die Botenstoffe Serotonin und Noradrenalin im Gehirn aus dem
Gleichgewicht geraten sind, mangelhaft vorhanden sind.

Der Musikpsychologe Thomas Biegel konnte in einer Untersuchung (Okt 2004) eine deutliche
Serotonin Ausschüttung durch Singen nachweisen und eine fast 80%ige Steigerung der
Produktion von Noradrenalin.

Singen kann aus endokrinologischer Sicht folgendes bewirken: (Wolfgang Bossinger: Die
heilende Kraft des Singens; S.65)

- Erhöhung der Ausschüttung des „Liebes- und Bindungs-Hormons“ Oxytocin,
- Ausschüttung des Glücks-Cocktails Serotonin, Noradrenalin und Beta-Endorphin.
- Abbau der Stresshormone Adrenalin und Kortisol.
- Hemmung der Ausschüttung des Aggressionshormons Testosteron.

Wenn es gelingt die Ressource Singen bei depressiven Menschen, bei Menschen mit Burn-out
zu aktivieren, ist das ein wesentlicher Schritt zur Heilung für die Betroffenen.

 

In der Arbeit mit meinen KlientInnen habe ich die Erfahrung gemacht, dass das gesungene
Lied, die eigene erfahrene Stimme, der direkteste Weg zu den eigenen Gefühlen, oft zu
traumatisierten Erlebnissen sein kann, der dann - wenn vom Klienten der Auftrag erteilt wird -
psychotherapeutisch, aus existenzanalythischer Sicht beleuchtet werden kann.

Wir leben in einer Zeit in der Gefühle sehr häufig mit dem Wort „nett“ beschrieben werden.
Ich fürchte, dass die Fähigkeit Gefühlsregungen genauer zu verbalisieren, auf Grund der
sprachlichen Reduktion verloren gegangen ist bzw. sehr reduziert wurde. Man weiß aus der
Soziologie, dass, wenn eine Sozietät keinen Begriff für etwas hat, dieses Etwas auch nicht
existiert. Man nennt das Alexithymie (griech.: (a-) „nicht“, (he léxis) „Rede/Wort“ (thymós)
„Gemüt“ – keine Worte für Gefühle) und das ist für mich - ich glaube, wir leben zunehmend
in einer alexithymen Gesellschaft – eine von mehreren Ursachen für die zahlreichen
dysthymischen Leidenszuständen, in mannigfacher Ausprägung, in unserer Gesellschaft. Man
hält mir immer wieder entgegen, „aber, ich meine das Wort „nett“ ja ganz anders, nicht so,
wie Du das interpretierst.“ Ich erlaube mir dann oft die Gegenfrage: „Was macht es so
schwer, das zu sagen, was wir wirklich meinen?“ Oft fehlt, so meine Erfahrung, schlichtweg
das Vokabular, um Gefühle zu verbalisieren. Je genauer wir unserem Gegenüber unsere
Gefühle mitteilen können, desto tiefer, ehrlicher und erfüllender können wir unsere
Beziehungen leben.

Jede(r) Sänger(in) ist ein(e) reproduzierende(r) Künstler(in). Wonach streben alle
SängerInnen? Nach Echtheit, nach authentischer Interpretation und Darstellung, wonach
etwas sehr Eigenes, Persönliches geschaffen wird, wo das Personale des/der Künstlers/erin
sichtbar, hörbar wird. In meiner Arbeit mit meinen Studierenden konnte ich die Erfahrung
machen, dass die Existenzanalytische Auseinandersetzung mit einem Lied, einer Arie, einer
Rolle in einer Oper, einer Operette oder einem Musical zu einer intensiveren, echteren und
stimmigeren Interpretation führt und der stimmlichen Weiterentwicklung unglaublich
förderlich ist.